07.02.2008
Das Imperium schlägt zurück
+ Mainz - Die schamlose Stimmungsmache gegen die Buchautorin und ehemalige TV-Moderatorin Eva Herman (48) nimmt Formen an, die Angst machen. Nur wenige Minuten nach der gestrigen "Kerner"-Sendung im ZDF meldeten die ARD im Bildschirmtext, aber auch t-online und das als ausgesprochen
seriös bekannte spiegel-online wortgleich eine glatte Falschmeldung. ARD-Btx schrieb: "Doch Herman wich mehrfach aus und ergänzte: Wenn man
nicht über Familienwerte der Nazis reden dürfe, könne man auch nicht über die Autobahnen sprechen, die damals gebaut wurden."
Diese Meldung ist glatt gelogen.
Tatsächlich hatte Herman sich in der Diskussion dagegen verwahrt, dass man den von ihr verwendeten Begriff "gleichgeschaltete Medien" als
weiteren Beleg ihrer angeblich rechten Gesinnung präsentieren wollte. Die Buchautorin wies darauf hin, dass der Begriff "gleichgeschaltet"
häufig von Medien - auch z. B. vom "Spiegel" - in verschiedensten Zusammenhängen unbeanstandet verwendet werde. Wenn man jeden Begriff, den
auch die Nazis benutzt hätten, nicht mehr verwenden dürfe, könne man auch nicht über Autobahnen sprechen. Daraus wird von der ARD-Btx-Redaktion
gemacht: "Wenn man nicht über Familienwerte der Nazis reden dürfe, könne man auch nicht über Autobahnen sprechen,..." Eine unglaubliche
Manipulation der öffentlichen Meinung!
Der Vorgang reiht sich in eine Reihe medialer Entgleisungen gegen die populäre Autorin ein, in denen sie als "Eva Braun" oder "Blondie"
(so hieß Hitlers Schäferhund) verunglimpft wurde. Leider reihte sich auch TV-Talker Johannes B. Kerner in diese unrühmliche Kette ein.
So war er sich nicht zu blöd, am Schluß der Sendung dem Comedian Mario Barth für dessen Späße nach "den Zumutungen" der ersten 50 Minuten
seiner Sendung zu danken. Da war Eva Herman schon nicht mehr im Studio - rausgeworfen von Kerner, nachdem die anderen Gäste Margarete
Schreinemakers und Senta Berger angedroht hatten, das Studio zu verlassen.
Fast während der ganzen Zeit der Diskussion ging es darum, Frau Herman zur Zurücknahme ihrer ungeschickten Äußerungen auf einer
Pressekonferenz vor wenigen Wochen zu bewegen. Ein hinzugezogener Experte führte aus, wie schlimm es den Frauen im Nationalsozialismus gegangen
ist - was Eva Herman jedoch nie bestritten hat. Sie belegte mit einem Audio-Mitschnitt, dass das ihr unterstellte Zitat aus der Pressekonferenz
eine Verfälschung war, distanzierte sich mindestens ein halbes Dutzend Mal unmissverständlich von der Nazi-Ideologie und verwies auf ihr
jahrelanges Engagement gegen Rechtsextremismus. Doch so, als habe sie gar nichts gesagt, wurde sie immer wieder in die rechte Ecke gedrängt,
als eine Frau, die für die "3 K's" eintrete - Kirche, Kinder, Küche. Eine Unverschämtheit, wie jeder weiß, der ihre Bücher gelesen hat.
Das gestrige Tribunal über Eva Herman und die fast gleichlautenden Presseberichte, die nur Minuten später im Internet erschienen,
werfen ein ganz schlechtes Licht auf den Status der Meinungs- und Redefreiheit in unserem Land.
Manche dürfen offenbar nicht sagen, was andere sagen dürfen. Ein Beispiel aus der "netzeitung":
"Der Chefpublizist des Schweizer Verlagshauses Ringier, Frank A. Meyer, hat deutschen Zeitungen und Zeitschriften vorgeworfen,
sich «freiwillig gleichgeschaltet» zu haben. In einem Interview mit der Züricher Zeitung «Tagesanzeiger» äußerte sich Meyer zur künftigen
Rolle von Gerhard Schröder als Berater von Verleger Michael Ringier und auch zur Auseinandersetzung Schröders mit deutschen Journalisten
über die Berichterstattung im Wahlkampf."
Aber Eva Herman ist ja auch nicht "Chefpublizistin" eines Verlagshauses ....
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