10.01.2008
In Spanien: Abtreibungskliniken sind im Streik
+ Madrid - Die Mitarbeiter der Abtreibungskliniken in Spanien streiken seit Tagen.
Die Aktion, die noch bis morgen andauern soll, sei ein Protest gegen "Behördenschikane" und
"Kriminalisierung" des Geschäfts mit dem Tod ungeborener Kinder, behauptet der Verband der Abtreibungskliniken.
Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche im einstigen katholischen Musterland steigt seit Jahren - zuletzt auf 101.000 im Jahr.
Nur etwa 2 Prozent der Abtreibungen wird in staatlichen Einrichtungen vorgenommen, der Rest in Privatkliniken, die oftmals auf die
Tötung von Embryos spezialisiert sind. Als bekannt wurde, dass in einer dieser Kliniken der Abtreibungsarzt Carlos Morin
Babys bis zum achten Monat im Mutterleib tötete und in einer seiner Kliniken sogar ein Fleischwolf zum Zerstückeln der Föten
gefunden worden war, schlugen die Wellen der Empörung hoch. Insbesondere die katholische Kirche und die konservativen Parteien
riefen zum Protest gegen diese unmenschlichen Zustände und die regierenden Sozialisten auf. Und die agieren zunehmend nervös,
denn ihr Premier José Luis Rodriguez Zapatero muss sich am 9. März den Wählern stellen.
Zusage aus dem vergangenen Jahr, in Spanien die "Fristenlösung", also die straffreie Tötung Ungeborener
innerhalb der ersten drei Monate, bei einer Wiederwahl einführen zu wollen, zogen die Sozialisten inzwischen nach
einer Demonstration Hunderttausender Spanier wieder zurück.
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