07.02.2008
Die Bürgerproteste gegen neue Moscheen nehmen zu
Ja, Deutschland gehört zum christlichen Abendland. Ja, die hier lebenden Muslime haben ein Grundrecht auf ihre Gebetshäuser.
von INKE HOFMANN
Köln Vom Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. ist überliefert, dass er im Jahr
1732 in Potsdam einen Gebetssaal für 20 seiner türkischen Gardesoldaten errichten ließ. Heute gibt es in Deutschland knapp 1.200 eingetragene Moscheen. Schätzun-gen gehen von mehr als doppelt so vielen islamischen Gebetshäusern in Deutschland aus. Der Islam ist hier und das Miteinander mit den muslimischen Nachbarn funktioniert vielerorts weitgehend problemfrei.
Auch das muss mal gesagt werden. Ein anderer Glauben, eine andere Kultur das macht mir keine Angst. Wenn dieses Land für mehr als drei Millionen Muslime zur Heimat geworden ist, dann muss es für sie auch Orte des Rückzugs und des Gebets geben.
Doch es gibt da auch eine andere Seite der Betrachtung, die es verdient, ernst genommen zu werden. Ihre Vertreter argumentieren schlüssig.
" Müssen wir Toleranz-erprobten Christen nicht einfordern, dass auch unsere Glaubensbrüder und -schwestern in muslimischen Ländern Gottesdienst feiern dürfen, ohne um ihr Leben fürchten zu müssen?
" Und hat eine freiheitliche Gesellschaft nicht das Recht, zu wissen, wer in diesen Moscheen predigt und was gepredigt wird?
Die Antwort heisst zwei Mal JA.
Gewiss, unser Staat ist wachsamer, sensibler geworden seit die Gewalt militanter Islamisten durch die mörderischen Anschläge von New York, Madrid und London in den Blickpunkt der breiten Öffentlichkeit gerückt ist.
Hassprediger wurden entdeckt und ausgewiesen. Das jahrelange juristische Tauziehen um einen Kalifen von Köln würde heute wohl so nicht mehr stattfinden. Aber es gibt ein spürbares Unbehagen egal, ob es um den EU-Beitritt der Türkei geht oder um die neue Moschee um die Ecke.
Hier überzeugt die Politik nicht immer. Konsens bei allen demokratischen Parteien ist seit Jahren der Wille, die Integration der Muslime zu fördern und Parallelgesellschaf-ten zu verhindern. Würde dieser selbst erklärte Wille auch zum Maßstab des politischen Handelns, wäre wohl alles in Ordnung.
Aber, liebe Stadtväter (und Mütter) von Dortmund: Wieso genehmigt ihr im Stadtteil Hörde den Bau einer Großmoschee mit angeschlossener Kinder- und Seniorenbetreuung, mit 50 Wohneinheiten für türkische Mitbürger, einem gastronomischen Angebot? Ist das Integration, wenn man Mini-Stadtteile schafft, in denen Muslime unter sich bleiben, Kontakt mit der deutschen Bevölkerung weitgehend vermeiden können?
Natürlich haben die Menschen, die an Allah glauben, das Recht in eigens dafür geschaffenen Räumen zu beten! Schöne Räume, große Räume alles kein Problem. Aber was ist bei den Großprojekten der jüngeren Zeit mit der Integration?
So regt sich Bürgerprotest. Nicht die ekelhaften Aufmärsche junger und alter Nazis sind das Thema, über das ich hier schreibe. Ich rede vom Bürgertum, von den Christen, die beim Anblick eines Minaretts Unbehagen verspüren.
Überhaupt Minarette... auch die Türme, von denen aus in muslimischen Ländern der Muezzin zum Gebet ruft, stellen für viele Menschen ein Problem dar. 20 Meter hoch wird das Minarett sein, dass demnächst an der Moschee an der Mönchengladbacher Duven-straße entsteht. In Berlin-Heinersdorf sollen es
12 Meter Höhe sein. Ich weiß nicht, ob es eine Vorschrift gibt, wie hoch Minarette sein müssen. Das höchste der Welt steht in Casablanca 210 Meter.
Bleibt eine wichtige Frage: Wer finanziert eigentlich die Millionen für den Bau von Moschee-Großprojekten? Der Bestsellerautor Dr. Udo Ulfkotte ( Der Krieg in unseren Städten ) zu VERS 1: Zum einen sammeln die örtlichen Moscheevereine selbst Geld. Wenn es eine sunnitische Moschee werden soll, hilft die Islamic Develop Bank in Riad. Doch auch deutsche Steuergelder werden in muslimische Großprojekte investiert. Ulfkotte: Die Zuschüsse des Staates werden nie für die Moscheebauten gewährt, aber für andere Teile der Anlage. Beispiel: In Duisburg-Marxloh entsteht mit der Merkez-Moschee die größte Moschee in Deutschland. Von den 7,7 Millionen Euro Gesamtkosten zahlen das Land NRW und die EU 3,2 Millionen - für eine Begegnungsstätte und Seminarräume, die fast die Hälfte der 2500 qm Gesamtfläche ausmachen.
Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Ayyub Axel Köhler, beklagte indes, in Deutschland sei es schwerer, eine Moschee zu bauen als ein Kernkraftwerk. Von Moscheen gehe kein Sicherheitsrisiko Vertreter islamischer Verbände haben jetzt eine Broschüre Moscheen als Orte der Spiritualität und Integration herausgegeben.
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